„War ja klar!“ Den Satz hört man öfters nach eingetretenen Ereignissen, auch wenn klar ist, dass vorher gar nichts klar war. Nicht aber in diesem Zusammenhang: die Tatsache, dass der letzte Spieltag der VVP Mixed (B) Bezirksliga ein absoluter Abstiegskracher werden könnte, die war bereits frühzeitig in der Saison zu vermuten. Und tatsächlich standen sich in der Goldberghalle zu Lingenfeld die drittletzten, vorletzten und letzten Teams in der Tabelle gegenüber: die Sektduscher Lingenfeld, die Maudacher Maulwürfe und die Draufhausers Waldsee, in tabellarischer Reihenfolge von oben nach unten. Was??? Die Draufhauers sind die Letzten? Ähhh, ja, und zwar schon recht lange diese Saison. Aber es bestand heute für die Draufhauers die Möglichkeit die Maulwürfe ins Elend zu stoßen und zumindest die Relegation um den Verbleib in der B-Liga zu erreichen. Dazu musste allerdings einiges passen.
Bis wieder einer weint… oder halt nicht
Abstiegsendspiele haben zumindest für ein Team immer ein schlechtes Ende. Unvergessen der 18. Mai 1996 als Andi Brehme in den Armen von Rudi Völler ob des Abstiegs weinte. Wer würde heute weinen? Würde überhaupt jemand weinen? Die Stimmung in Teilen des Camps der Maulwürfe und auch der Waldseer war, dass die C-Liga nicht zwingend schlecht sein müsste. Zu groß war dann doch die Lücke im Niveau zwischen den beiden Ligen.
Die Ausgangslage für die TG war klar: um in die Relegation zu kommen musste zwingend gegen Maudach gewonnen werden und es musste gegen Lingenfeld mehr geholt werden als die Maulwürfe gegen Lingenfeld. Los ging es direkt mit dem eigentlichen Endspiel um den Abstieg, die Maulwürfe gegen die Draufhauers.
Gleich der erste Punkt steckte den gewohnten Rahmen zwischen den beiden Teams ab. Ein sehr langer erster Ballwechsel wurde schlussendlich von den Waldseern gewonnen, legte aber die Vermutung nahe, dass es, wie quasi immer bei diesen zwei Mannschaften, eine sehr enge und ausgeglichene Kiste werden könnte. Und tatsächlich ging es von 7:7 zu 10:10 weiter zu 14:14. Kein Team konnte sich absetzen, bis Eb an die Angabe kam und nicht mehr wegging. Die nächsten 11 Punkte in Folge holte die TG und gewann den ersten Satz mit 25:14. Was für ein Start, denn auch spielerisch war das eine ansprechende Leistung der Draufhauers. Der nächste Satz gestaltete sich anspruchsvoller, denn Maudach führte mit zwischenzeitlich 5 Punkten. Beim 5:10 gelang es den Waldseern besser ins Spiel zu kommen und als der 16:16 Ausgleich geschafft war zogen die Draufhauers davon. 25:17 hieß das Endergebnis des zweiten Satzes und damit war Teil eins der zu erledigenden Hausaufgaben fast eingetütet. Die darauffolgende Personalrochade bei der TG sorgte dann jedoch für einen leichten Bruch im Spiel. Maudach witterte diese Möglichkeit sofort und spielte nun besser, was mit dem 14:25 Satzgewinn für eben jene belohnt wurde. Tja, der nächste Satz würde alles, oder zumindest einiges, entscheiden.

Wer B sagt muss auch C sagen
Wieder war es ein enger Satz, aber beim Stand von 12:12 ließ Waldsee komplett abreißen. Plötzlich stand es 12:22 und auch ein paar gewonnene Pünktchen konnten nicht mehr verhindern, dass dieser vierte Satz mit 16:25 verloren ging und damit der Abstieg der Draufhauers feststand.
Viel Zeit zum Weinen blieb nicht. Außerdem war der Rahmkuchen mit Zimt oben drauf, welchen die Lingenfelder angeboten hatten, ein absoluter Brüller eines Kuchens, mit welchem man sich sehr gut trösten konnte. Und schon ging es ja auch weiter mit dem Spiel gegen die heutigen Gatsgeber.
Für die Sektduscher war die Saison nach eigenem Bekunden auch sehr lang gewesen und hatte nicht nur Körner sondern auch Personal gekostet, weswegen sie sich von der anderen Lingenfelder Mannschaft bedient hatten. Wohl dem, der eine personelle Schwächung in eine Stärkung umwandeln kann, denn die Sektduscher legten viel Wert darauf zu betonen, dass der Sportkamerad nicht der beste Spieler des anderen Teams war. Ja, das mochte richtig sein, ein Blinder war ein allerdings nicht. Und vor allem auch kein Kurzer. Und so wurde es doch das ein oder andere Mal dunkel am Block als die Aushilfe wahlweise draufgedroschen oder geblockt hatte. Die Waldseer ertrugen es mit dem Gleichmut eines Absteigers und das Spiel endete 17:25, 14:25 und 13:25 für Lingenfeld. Mehr gibt es da eigentlich nicht mehr zu sagen.

Die tabellarische Bilanz der Saison spricht eine klare Sprache: ein Sieg und zwei Unentschieden bei 16 Spielen. Lediglich 9 gewonnene Sätze in der ganzen Saison. Das ist wirklich wenig, vor allem wenn man sieht, dass sieben Sätze aus den drei Spielen kamen, die nicht verloren wurden. Da waren schon arg viele 0:3-Klatschen dabei dieses Jahr. Naja, egal, nächstes Jahr gibt es dann vielleicht auch mal wieder 3:0-Klatschen, wenn nämlich die Draufhauers Haue in der C-Liga verteilen. Fürs Ego vielleicht auch mal wieder ganz nett. Leider müssen die Edigheimer Damen nun nochmal eine Saison ohne uns auskommen: sie haben uns so sehr vermisst, dass sie von der A-Liga in die B-Liga gekommen sind. Wir werden uns aber verpassen, denn die Draufhauers sind unterwegs in den Süden. Da kann es ja auch schön sein!