Volleyball: Draufhauers haben bei Klatschen voll einen an der Waffel

Was im Fussball der VfL Bochum oder im Eishockey die Panthers Augsburg sind, sind im Hobbyvolleyball die Draufhauers Waldsee – unabsteigbar. Trotz vielfacher Klatschen im letzten Jahr hatte die Liga offensichtlich entschieden, dass sie die sympathischen Punktelieferanten dringend in der B-Liga benötigt und so, liebe Gegner, sind wir wieder hier.

Ähnlich wie die Beastie Boys – no sleep till Newtown

Die Gegner für den ersten Spieltag der neuen Saison sollten dann auch gleich ein Prüfstein sein. Mit den Wallabies Speyer und den Schmetterlingen aus Neustadt warteten absolut solide B-Liga Teams auf die Gäste aus Waldsee. Was würde die KI sagen wie die Spiele für die Draufhauers ausgehen? „Wahrscheinlich zwei Klatschen.“ Aber warum KI fragen, wenn man Metalmike E-I-E-R hat (echte Intelligenz, erstaunliche Resultate)? „Ähhh, wahrscheinlich zwei Klatschen.“ Ok, danke für das Zutrauen in die Fähigkeiten. Dabei haben die Draufhauers sich ja über die Sommerpause personell verstärkt und für diesen Spieltag erstmals mit Leni, Manuel und Matthias drei neue, jungdynamische Kräfte am Start. Na, Mathias, so eine Einordnung muss Dir doch mindestens ein Bier wert sein, oder nicht?

Los ging es für die Draufhauers in Neustadt mit der Partie gegen den Gastgeber. Und warum nicht einfach mal versuchen zu schauen was geht? Verlieren kann man zur Not immer noch. Und was für ein Start es war für Waldsee. Die TG agierte absolut solide, war wach, stand gut in der Annahme, griff gut an und lieferte den Schmetterlingen Paroli. Gute Angabenserien von Lisa und Marcela rissen die Lücke auf, so dass der erste Satz mit 25:20 an die Draufhauers ging. Ja, leck‘ mich fett, wer hätte das vor dem Spiel wirklich erwartet? Da hätte man mal Geld drauf setzen sollen. Kaiss wollte sich auch vor lauter Überraschung in die Eier kneifen, er konnte gerade noch gestoppt werden. Würde hier noch mehr gehen können für die Draufhauers? Erst einmal nicht, denn der zweite Satz war unsauberer gespielt von Waldsee und war auch recht bald mit 14:25 verloren gegangen. Also doch alles so wie anfänglich gedacht? Nein und ja, denn hört Euch DAS hier mal an: im dritten Satz legten die Draufhauers los wie die Feuerwehr. Das Können und das Spielglück waren komplett auf der richtigen Seite. Schmetterbälle der Schmetterlinge fanden immer einen Waldseer Körper und es lief wie geschmiert bei der TG. Zwischenzeitlich war der Vorsprung auf 14:2 angewachsen. Das MUSS doch reichen, wer würde solch einen Vorsprung jemals abgeben? Ääääh, ich möchte bitte lösen. Darf ich? Ok. Also, mit einem Schlag war alles anders. Die Annahmen wackelten, das Stellungsspiel wurde ungenau und Angriffe waren Mangelware. Das Spiel kippte. Bei einer 16:15 Führung nahmen die Draufhauers eine Auszeit. Diesen Satz kann man doch nach Hause bringen, oder nicht? Plötzlich Ausgleich, 18:18. Dann Führung für die Schmetterlinge 19:18. Nochmal Ausgleich 21:21, aber es kam, wie es nicht hätte kommen sollen, der Satz ging mit 22:25 verloren. Meine Fresse, eh. Echt jetzt? Ja, echt! Kacke, Mann! Diese Aneinanderreihung von Schimpfwörtern kann nicht annähernd das Gefühl vermitteln, welches im Lager der TG vorherrschte. Zumindest wäre ja noch das Unentschieden möglich gewesen, aber, um es abzukürzen, der vierte Satz war keine Offenbarung der Waldseer und ging mit 15:25 verloren. Was für eine Gefühlsduselei war das denn bitte? Zeit zum Abkühlen der Emotionen bot da das zweite Spiel zwischen Speyer und Neustadt, welches in Summe deutlich mit 3:0 an die Wallabies ging. Das versprach also im nächsten Spiel dann auch „interessant“ zu werden für die Draufhauers, denn gegen Speyer ging für die TG noch nie etwas bisher.

Würde Waldsee wirklich Wallabies wildern?

Die Taktik gegen die Wallabies war klar: irgendwie an den beiden langen Latten in den Reihen von Speyer vorbeikommen, das wäre schon einmal ein Anfang. Und was soll man sagen? Die Rechnung ging (erst einmal) auf. Gute Angriffe, satte Blocks und gute Angaben trugen dazu bei, dass Waldsee das Kommando in der Partie übernahm und zwischenzeitlich mit 16:7 führte. Ja, wirklich wahr. Deja vu, irgendwie, aber leider im doppelten Sinne, denn… ja, Kacke, das Ding ging wieder mit 22:25 verloren! Das gibt es doch nicht! Und wer jetzt wissen möchte, wie denn DAS schon wieder passieren konnte – ich möchte bitte nicht mehr drüber reden müssen 😉. Der zweite Satz war auch eine ordentliche Vorstellung der TG und auch hier lag Waldsee lange in Führung, zwar nicht so deutlich wie im ersten Satz, aber es war eine Führung. Diese hatte aber schlussendlich nicht ewig bestand und so ging der zweite Satz mit 20:25 an Speyer. Das hatten die Wallabies wohl so nicht kommen sehen, dass sie sich dann doch derart anstrengen müssen gegen die Draufhauers. Der dritte Satz war dann eher brotlose Kunst und in der Auszeit beim Zwischenstand von 4:12 ging es hauptsächlich darum, dass dieser Satz keine Vollkatastrophe werden sollte. Letztendlich wurde es noch zweistellig im Satz für die TG, aber das 12:25 im letzten Satz beschloss das Spiel mit 0:3 für Speyer.

Was können die Draufhauers nun von diesem Spieltag mitnehmen? An sich die Erkenntnis, dass da am heutigen Spieltag auch viel Gutes dabei war, darauf sollte aufgebaut werden. Das Thema, dass Sätze nicht zugemacht werden, hatten wir letzte Saison ja bereits, aber das heute war dann doch in beiden Spielen extremer. Vielleicht lässt sich das auch noch abstellen über die Saison. Und der eine gewonnene Satz gegen Neustadt sorgt zumindest einmal dafür, dass die Draufhauers sich nicht gleich am Tabellenende wiederfinden. DAS darf gerne bis zum Saisonende so bleiben.

P.S.: Lange sah es so aus, als hätten die Draufhauers nicht nur vier Punkte verloren, sondern auch Franks Hose. Aber am Ende kam raus, dass Fanboy Matthias diese eingesteckt hatte.

P.P.S.: kurz in eigener Sache – Euer Lieblingsschreiberling ist Single. Also, liebe Damen, freut Euch und seid nicht schüchtern. Ich kann nicht nur gut „texten“, sondern auch gut vom letzten Verb das erste „t“ gegen ein „s“ tauschen und… Miiiii-iiiiiiike, würde Marcela jetzt wohl sagen…