Die Draufhauers zu Gast bei den Schmetterlingen Neustadt.

Volleyball: Viel Weitsicht aber wenig Durchblick, dafür Abriss wie Toilettenpapier

Lässt sich Volleyball mathematisch beschreiben? Kann man Volleyball vorhersagen? Wenn es nach Coach Frank geht, dann ja, denn seine Ansage zu Beginn dieses Spieltags an die Mannschaft war klar: „Wir werden hier zweimal 0:3 verlieren! Da brauchen wir uns nichts vormachen.“ Die Überlegung war natürlich Widerspruch im Team zu provozieren, um dann Höchstleistung zu ernten, aber leider dachte sich wahrscheinlich der ein oder andere Draufhauer, dass Frank durchaus richtig liegen könnte mit seiner Einschätzung zu den zwei Spielen gegen Volleybärenbande Lingenfeld und Schmetterlinge Neustadt in Neustadt.

Geht es noch schlechter? Dieses Mal nicht ganz

Ziel für die Draufhauers gegen die Volleybärenbande war zumindest einmal nicht das teils dürftige 32:75 aus dem Hinspiel zu wiederholen. Wobei der Start in den ersten Satz gleich das Schlimmste befürchten ließ, denn schnell lag Waldsee mit 0:5 zurück. Bitte nicht schon wieder! Aber die TG fing sich und konnte von nun an zumindest mit Lingenfeld mithalten – halt bei weiterhin recht konstanten fünf Punkten Rückstand. Waldsee kämpfte sich aber ran und beim Stande von 11:15 entschied der zweite Schiedsrichter einen Angriffsball der Lingenfelder als im Feld gewesen, wobei die gesamte Bank der Draufhauers den Ball richtigerweise im Aus erkannte. Das war eine wichtige Entscheidung, die nicht durch die TG lamentiert wurde, aber einen großen Unterschied für den Rest des Satzes machen sollte, denn anstelle von 12:15 stand es nun 11:16 und Waldsee musste abreißen lassen, wobei, es hat sie ja keiner dazu gezwungen, aber der Satz endete recht bald mit 17:25. Das Empfinden der auf dem Feld stehenden Draufhauers war, dass das eigentlich ein ganz brauchbarer Satz gewesen ist und darauf sollte aufgebaut werden. Und in der Tat lief es nun besser, Waldsee blieb mit ein paar Punkten in Führung, bis beim 16:16 die Führung erstmals an die Volleybärenbande ging. Leider wurde diese dann konstant ausgebaut und der zweite Satz wurde mit 20:25 abgegeben. Theoretisch war hier noch ein Unentschieden drin, aber die Praxis überholte bald die Theorie, denn die Draufhauers schienen ausgepumpt und leicht desillusioniert, denn es ging nicht mehr viel zusammen auf dem Spielfeld. Beim 9:24 kam Metalmike an die Angabe und bewies Kampfgeist, bzw. komplette Ignoranz, indem er die Waldseer Fans mit „Nur noch 17!“ zum Anfeuern animierte. Dieser auf fruchtbaren Boden fallende Galgenhumor hielt sich für ein paar lustige Punkte, bis Waldsee beim 14:25 im dritten Satz die Flügel zum 0:3 in Sätzen strecken musste. Gefühlt wäre hier mehr drin gewesen, aber ein 51:75 in Summe spricht eine andere Sprache. Wenigstens waren es deutlich mehr Punkte als die 32 aus dem Hinspiel. Mini-Erfolg!

Im zweiten Spiel zwischen Neustadt und Lingenfeld ging es hin und her und am Ende trennten sich beide Teams durchaus ausgeglichen mit 2:2 und 84:84. Was hieß das nun für die Draufhauers? Noch ein 0:3 mit 51:75 Punkten? Das wäre ja wie Horoskope lesen, man muss halt dran glauben.

Sehenden Auges gescheitert – wie Sauron

Der Start gegen die Schmetterlinge lief ordentlich, die TG hielt mit und blieb in Schlagdistanz. Mitte des Satzes ließen die Draufhauers aber abreißen und Neustadt tüte den ersten Satz mit 16:25 ein. Auch wieder herrschte das Gefühl vor, dass das hier an sich nicht mies war und das hier auf dem Papier mehr drin sein könnte für Waldsee. Neuer Satz, neuer Versuch. Aber eher eine Kopie des ersten Satzes, dieses Mal mit einem 15:25 als Endergebnis. Hmmm, läuft irgendwie nicht so heute. Nochmal ein neuer Versuch im dritten Satz. Relativ zu Beginn des Satzes ging Frank zum Block hoch, die Arme waren oben, aber nicht geschlossen. Die Augen waren wohl auch nicht geschlossen und der Ball klatschte an den Dätz und aufs Auge. Aua! Frank musste raus und spät abends kam die Diagnose aus der Mannheimer Augenklinik, dass wohl alles in Ordnung zu sein scheint. Wenigstens das, gute Besserung, Frank! Der Rest des dritten Satzes war der beste der Draufhauers. Es war spielerisch keine Glanzleistung, aber der Gegner konnte dieses Mal punktetechnisch nicht entfliehen und auch erst gegen Ende des Satzes ließen die Draufhauers abreißen (das Wort kommt heute aber oft vor, soll das etwas bedeuten?) und so stand es schlussendlich 20:25 und 0:3 für die Schmetterlinge. Wenn man alle Punkte aus diesem Spiel zusammenrechnet, wo kommt man dann raus? Richtig, bei 51:75. Zut alors, das darf doch nicht wahr sein! Volleyball kann man offensichtlich berechnen und Coach Frank ist erwiesener Weise ein Seher (außer, wenn er einen Ball auf die Rübe kriegt!). Die Frage ist, wann Frank endlich mal ein zweimaliges 3:0 für die Draufhauers sieht. Noch in dieser Runde, oder erst wenn die Draufhauers wieder C-Liga spielen? Naja, malen wir nicht den Teufel an die Wand, es sind noch genügend Spiele zu absolvieren, aber aktuell liegt Waldsee am Tabellenende und muss, ob der gesammelten Punkte der unteren Teams, aufpassen, dass sie den Rückstand auf die anderen Kellerkinder nicht – naaaaaa? – richtig: abreißen lassen. Da ist es wieder das Wort.